Schon im frühen Christentum strebten manche Menschen ein besonders gottgefälliges Leben an. Einerseits suchten sie die Einsamkeit, andererseits aber auch das Leben nach bestimmten Regeln in der Gemeinschaft. Am Beginn standen Einsiedlermönche, die sich in die ägyptische Wüste zurückzogen, um durch harte Askese die Bedürfnisse ihres Körpers zu vergessen und sich der Zwiesprache mit Gott hinzugeben. In den ersten Klostergemeinschaften entstanden Dörfer, in denen jeder Mönch eine Hütte besaß. Gemeinsam traf man sich zum Gebet, zur Arbeit und zum Essen.

Hl. Benedikt von NursiaBald entstanden überall im Abendland solche Mönchsgemeinschaften, die ihre Klostersiedlungen langsam mit Mauern umgaben. Ihre Ideale waren Armut, Askese und Abgeschiedenheit, ein Leben für Gott. Zwei Männer gründeten eine Art Regel für das Zusammenleben in einer solchen Gemeinschaft: der hl. Augustinus (um 400) und der hl. Benedikt von Nursia (um 500). Der hl. Benedikt gab schon Anleitungen zum Bau solcher Klosteranlagen. Maßgebend für alle Klöster vom 9. Jh. bis in die Zeit der Renaissance war der so genannte Klosterplan von St. Gallen (um 820). Dieser Plan wurde im 19. Jh. im Stift St. Gallen in der Schweiz gefunden. Ein mittelalterliches Kloster bestand grundsätzlich aus der Kirche und dem anschließenden, meist quadratischen Kreuzgang. Um den Kreuzgang waren die wichtigen Räume angeordnet: Speisesaal (Refektorium), Kapitelsaal (zum täglichen Vorlesen von Kapiteln aus der Ordensregel), Küche, Wirtschaftsgebäude, Parlatorium (Sprechzimmer), Kalefaktorium (Wärmeraum) etc. Der Schlafsaal (Dormitorium) der Mönche lag meist im ersten Stock. Ställe, Handwerksbetriebe, Scheunen etc. befanden sich außerhalb der eigentlichen Klosteranlage.

Kaiser Karl der Große legte allen Klöstern seines Reiches die Regel des hl. Benedikt auf. Weltliche und geistliche Macht lag in den Händen des Kaisers, wodurch die Klöster neue Aufgaben erhielten: sie wurden zu Zentren der Landwirtschaft und der Rodung, waren Etappenstationen der Verteidigung, Unterkunft für den reisenden Königs- bzw. Kaiserhof, sie widmeten sich der Errichtung von Schulen und Schreibstuben und stellten auch Forschungsstätten und Zentren für die Christianisierung dar. Klöster waren aber auch Zentren der medizinischen und sozialen Versorgung (Arzneimittel, Krankenhäuser, Altersheime, Versorgung von Armen etc.).

Grundgedanke war, dass ein Kloster arm sein und die Mönche bedürfnislos leben sollten. Allerdings erhielten die Klöster vom Adel und vom Herrscherhaus reiche Schenkungen (Geld, Grund und Boden, Kunstwerke etc.), sodass sich in den Jahrzehnten um das Jahr 1000 eine starke Verweltlichung bemerkbar machte: Bequemlichkeit, Luxus, Prunk, Nichteinhaltung der mönchischen Lebensregeln etc. Verschiedene Mönche wollten wieder zu den Ursprüngen des Mönchstums zurückgelangen, verließen ihre Klöster und gründeten neue Anlagen. So entstanden etwa die Zisterzienser 1098 als Reformorden der Benediktiner.

Franziskanerkloster in SchwazGegen 1200 erfolgte die Gründung der Bettelorden – Franziskaner und Dominikaner. Diese Bettelorden sollen nicht von eigenen Besitzungen oder Handarbeit leben, sondern ihren notwendigen Lebensunterhalt durch Betteln und milde Gaben bestreiten. Die Bettelorden sind grundsätzlich in oder bei größeren Siedlungen zu finden. Mit der Entstehung der Städte ab dem 12. Jahrhundert ließen sich diese Orden meist am Stadtrand oder etwas außerhalb der Stadt nieder. Sie kümmerten sich um die Stadtbevölkerung: Schulwesen, Kranken- und Altenversorgung, Prediger- und Seelsorgetätigkeit sowie Arzneiwesen lagen in ihren Händen. Die Mönche zogen auch zum Predigen herum und verkündeten in den Dörfern das Wort Gottes. Zu den Bettelorden gehören auch die KapuzinerMinoriten und Augustiner-Barfüßer. Noch heute finden sich in vielen größeren Siedlungen bzw. Städten Bettelordensklöster, so etwa Dominikaner und Franziskaner in Bozen, Franziskaner und Kapuziner in Brixen, Franziskaner in Hall in Tirol sowie in Schwaz, ehemalige Augustiner-Barfüßer in Rattenberg, Kapuziner in Meran, Franziskaner sowie Kapuziner in Innsbruck etc. Manchen dieser Klöster ist noch ein Gymnasium angeschlossen.

Prämonstratenserstift Wilten

Auf Norbert von Xanten (um 1100) geht der Orden der Prämonstratenser zurück, auf die sogenannten „Sieben heiligen Väter“ 1233 der Servitenorden.

Zisterzienserstift Stams

Im Zuge der Gegenreformation nahmen die von Ignatius von Loyola 1534 gegründeten Jesuiten eine wichtige Rolle bei der Stärkung des katholischen Glaubens ein. Sie gründeten Gymnasien (etwa in Innsbruck und Hall), Universitäten (in Innsbruck, Graz und Wien), waren die Beichtväter des Adels und übernahmen die Ausbildung der adeligen Jugend. Dadurch konnten sie großen Einfluss auf die führenden Schichten des Landes nehmen. Waren die Jesuiten für die Ausbildung der männlichen Jugend zuständig, so übernahmen die Ursulinen und Englischen Fräulein diese Aufgabe für die weibliche Jugend.

Benediktinerstift Fiecht

Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden aus den einfachen Klosteranlagen die prächtigen Barockstifte oder "Abteien", wie die großen und kunstvoll ausgestatteten Anlagen in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland bezeichnet werden. Dazu gehören in Südtirol Neustift bei Brixen, Marienberg südlich des Reschenpasses und Gries bei Bozen, in Nordtirol Wilten, Fiecht und Stams, alle wichtige Kulturträger und bedeutende Sehenswürdigkeiten. Das Prämonstratenserstift Wilten in Innsbruck besitzt neben der Kirche und der Bibliothek mehrere sehenswerte Prunkräume mit zahlreichen Kunstwerken. Das Zisterzienserstift Stams im Tiroler Oberinntal war über Jahrhunderte Begräbnisstätte der Tiroler Landesfürsten, neben der Kirche ist dort vor allem der Bernhardisaal einen Besuch wert. Die Benenediktiner in Stift Fiecht nahe Schwaz betreuen auch das Wallfahrtskloster St. Georgenberg, das zu den beliebtesten Wallfahrsorten Tirols zählt. Zu besichtigen sind die Kirche und eine kleines Museum. 

Die religiösen Orden haben auch heute eine große Bedeutung und mannigfaltige Aufgaben übernommen: Schulwesen, Krankenfürsorge, Exerzitien, Fortbildungskurse verschiedenster Art, seelsorgliche Betreuung von Pfarreien etc.